44 Mini-Aufklärungsfahrzeuge für die Bundeswehr

Das Mini-Aufklärungssystem "RABE" (Foto: ©Bundeswehr/Sebastian Wilke)

Das wurffähige Aufklärungssystem übersteht unbeschadet einen Fall aus bis zu fünf Metern Höhe (Foto: ©Bundeswehr/Sebastian Wilke)

Zum 1. Quartal 2018 erhält die Bundeswehr 44 neue Aufklärungssysteme des Modells „RABE“ von der ELP GmbH. RABE (Roboter zur Aufklärung, Beobachtung und Erkundung im Ortsbereich) basiert auf dem 110 FirstLook®, ein wurffähiges Aufklärungsfahrzeug von Endeavor Robotics, und wurde von der ELP GmbH mit einem selbst entwickelten Schwachlichtkamerasystem ausgestattet.

Leicht zu transportieren, wurffähig und für alle Einsatzgebiete geeignet: so lauteten die Anforderungen von Heer und Luftwaffe an ein neues Aufklärungssystem. All diesen Kriterien gerecht wurde der 110 FirstLook®, ein Aufklärungsroboter von Endeavor Robotics (früher Military and Defense, iRobot). Das gehärtete Gerät mit seinem umlaufenden Kettenfahrwerk wiegt nur 2,5 kg und besitzt die Maße 25,4 cm (Länge ohne Antenne), 22,9 cm (Breite) und 10,2 cm (Höhe). Somit kann es problemlos verpackt und transportiert werden. Zudem übersteht der 110 FirstLook® einen Fall aus fünf Metern Höhe auf Beton und richtet sich dank seitlich angebrachten Flippern selbstständig auf.

Vier Kameras, die sich vorne, hinten und seitlich befinden, ermöglichen Anwendern über die Bedieneinheit eine fast vollständige 360°-Rundumsicht. Auch in der Dunkelheit kann der 110 FirstLook® dank dem integrierten Schwachlichtkamerasystem eingesetzt werden. Diese wurde eigens für das Bundeswehr-Projekt „RABE“ von der ELP GmbH, dem deutschen Vertriebspartner von Endeavor Robotics entwickelt und in die Steuerung des 110 FirstLook® integriert.

Die mit den Kameras aufgenommenen Bilder sendet das Aufklärungsfahrzeug in Echtzeit an den Bediener. Zusätzlich besitzt es Infrarot-LEDs, einen kleinen eingebauten Lautsprecher und ein Mikrofon. Anwender können sich somit aus sicherer Entfernung ein umfassendes Bild der momentanen Situation des aufzuklärenden Objektes machen. Die maximale Funkreichweite beträgt 200 m im offenen Gelände, bei Bedarf kann sie mit weiteren Aufklärungsfahrzeugen, die als Relaisstation dienen, erweitert werden. Das Mini-Aufklärungsfahrzeug besitzt eine Betriebsdauer von bis zu sechs Stunden und kann bei Temperaturen von minus 20 bis plus 55 Grad Celsius eingesetzt werden.

Bereits Ende September wurde das Modell „RABE“ einem straffen Prüfungsprogramm von der Wehrtechnischen Dienststelle 41 (WTD41), der WTD 81 und 91 unterzogen. Das umfangreiche Testgelände, über den das WT 41 in ihrer Außenstelle in Koblenz verfügt, basiert auf standardisierten Testmethoden des amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) und ermöglicht die Erprobung von Kleinrobotern.

Das Schwachlichtkamerasystem wird nun offiziell in das Produktprogramm von der ELP GmbH European Logistic Partners aufgenommen.

 

 

 

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